
Im Auftrag der Stadtentwicklungsgesellschaft Ladenburg mbH wurde ein städtebaulich-freiraumplanerischer Entwurf für die Entwicklung des ehemaligen ABB-Areals in Ladenburg erarbeitet. Ziel des Entwurfs ist die Transformation des ehemaligen Industrieareals in ein lebendiges, gemischt genutztes und zukunftsfähiges Quartier, das Wohnen, Arbeiten, Kultur und Freiraum miteinander verbindet und gleichzeitig die bestehende Stadtstruktur sensibel weiterentwickelt.
Der städtebauliche Entwurf reagiert auf den heterogenen räumlichen Kontext mit einer differenzierten Körnung, abgestuften Dichten und klar definierten Raumkanten. Unterschiedliche Gebäudetypologien, variierende Höhenentwicklungen sowie Vor- und Rücksprünge schaffen eine feinmaßstäbliche, an die Struktur der Ladenburger Innenstadt angelehnte Quartiersstruktur. Etwa 50 % der Bruttogeschossfläche sind für Wohnnutzungen vorgesehen, ergänzt durch Büros, Handwerk, Start-ups sowie kulturelle und öffentliche Einrichtungen. Durch die Mischung aus Reihenhäusern, Geschosswohnungsbau und ergänzenden Gewerbenutzungen entsteht ein vielfältiges und lebendiges Quartier mit hoher urbaner Qualität.
Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist die nachhaltige Weiter- und Umnutzung der bestehenden ABB-Gebäude. Die historische Hemmerhalle wird als Kultur- und Veranstaltungsort weiterentwickelt und übernimmt eine identitätsstiftende Funktion für Quartier und Innenstadt. Die zentrale Sheddachhalle wird als Bauwendehof im Haus-im-Haus-Prinzip neu interpretiert und bietet Raum für zirkuläre Bauwirtschaft, Re-Use- und Recyclinginitiativen, Werkstätten sowie Start-ups. Ergänzt wird sie durch einen Mobility Hub. Weitere Bestandsgebäude werden künftig als Rathaus, Musikschule und Kindertagesstätte genutzt und dauerhaft gesichert. Die Verbindung von umgenutztem Bestand und zeitgemäßen Neubauten schafft ein charakterstarkes Ensemble mit hohem Wiedererkennungswert.
Das Mobilitäts- und Freiraumkonzept ergänzt die städtebauliche Struktur durch die Entwicklung eines weitgehend autoarmen Quartiers. Der ruhende Verkehr wird in dezentralen Quartiersgaragen gebündelt, die mit Photovoltaik, Dachbegrünung sowie Ladeinfrastruktur ausgestattet sind. Dadurch entstehen verkehrsarme Straßenräume mit hoher Aufenthaltsqualität. Ein umlaufendes Fuß- und Radwegenetz verbindet das Quartier mit den angrenzenden Stadt- und Landschaftsräumen und unterstützt das Leitbild der 15-Minuten-Stadt. Ergänzende Angebote wie Carsharing, Fahrradabstellanlagen und E-Bike-Ladestationen fördern eine nachhaltige und alltagstaugliche Mobilität.
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Auch klimaresiliente und ökologische Aspekte spielen eine zentrale Rolle. Grünachsen und ein zentraler Quartierspark schaffen zusammenhängende Freiräume, fördern Biodiversität und verbessern das Mikroklima. Elemente der Schwammstadt wie Mulden, Rigolen und versickerungsfähige Oberflächen unterstützen Regenwasserrückhaltung und Starkregenvorsorge. Vielfältige Spiel-, Sport- und Aufenthaltsangebote schaffen darüber hinaus nutzungsoffene Freiräume mit hoher sozialer Qualität. Insgesamt entwickelt der Entwurf ein identitätsstiftendes Quartier, das nachhaltige Stadtentwicklung, ressourcenschonende Bestandsnutzung und eine hohe Aufenthaltsqualität miteinander verbindet und langfristig einen neuen urbanen Impuls für Ladenburg setzt.










